KURZE GESCHICHTE
DES MUSEUMS
1897, zum hundertsten Jahrestag der Geburt von Gaetano Donizetti, nahm der Gedanke, dem Komponisten ein Museum zu widmen, Gestalt an: zwischen dem 22.August und dem 22.September wurde in Bergamo in einer große Ausstellung das Material zu Gaetano Donizetti gezeigt, das man in ganz Italien, Frankreich und Österreich hatte zusammentragen können.
Es wurden nicht nur Objekte aus dem Besitz Donizettis ausgestellt, oder die sich auf ihn beziehen, sondern auch Zimelien, Briefe, Bücher, musikalische Autographen, Porträts, Daguerrotypien anderer Künstler, die der Komponist aus Bergamo im Laufe seiner Karriere kennen gelernt hatte: Rossini, Verdi, Dumas, Scribe, Spontini, Adam und viele andere.
Nach Beendigung der Veranstaltungen wurden all die wertvollen Erinnerungsstücke jedoch den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben und waren daher wieder in ganz Europa verstreut.
Die Bergamasker wollten nun ihrem berühmten Mitbürger ein Museum einrichten, in dem so viele Erinnerungsstücke wie möglich zusammengetragen, bewahrt und ausgestellt werden sollten. Es dauerte aber fünf Jahre, bevor dieser Wunsch verwirklicht werden konnte.
Denn erst 1902, als die Baronin Giovanna Ginevra Rota Basoni Scotti mit einem großzügigen Akt all ihre Zimelien der Opera Pia Misericordia Maggiore von Bergamo schenkte, mit der Auflage die wertvolle Sammlung auf Dauer zu bewahren in einer passenden und würdigen Art […] in den Räumlichkeiten der Musikschule der Opera Pia, die die größten Garantien bieten […] und diese Räume sollen „Museo Donizettiano“ genannt werden (aus dem Schenkungsakt vom 15.Dezember 1902) war der geeignete Moment gekommen.
1905 genehmigte die Gemeinde Bergamo die Überlassung der Zimelien in ihrem Besitz an die Misericordiosa Maggiore. Diese Erinnerungsstücke an Gaetano Donizetti waren zum Großteil in der Stadtbibliothek Angelo Maj gelagert und sollten zum Entstehen eines Donizetti-Museums in der Stadt beitragen. Das Museum wurde in einem einzigen großen Saal in dem Palazzo eingerichtet, in dem sich heute das städtische Konservatorium befindet. Am 15.September 1906 wurde das Museum dem Publikum geöffnet.

DIE AUSSTELLUNGSRÄUME – Nach der Eröffnung der neuen Sektion der Musikinstrumente verfügt das Museo Donizettiano heute über zwei Ausstellungsräume im Palazzo aus dem 15. – 17. Jahrhundert, der sich im Besitz der Misericordia Maggiore befindet und daher „Palazzo della Misericordia“ genannt wird. Der Hauptraum (Leben und Werk Donizettis) ist reich dekoriert mit klassizistischen Fresken von Bonomini und seiner Werkstatt aus dem Jahr 1802.
Paolo Vincenzo Bonomini „Borromini“ (1756-1839), ist vor allem für den sehenswerten Totentanzzyklus in der Apsis der Kirche Santa Grata in Borgo Canale bekannt.

DAS ARCHIV UND DIE BIBLIOTHEK – Im Laufe der Jahre wurde die schon an sich reiche Sammlung um so viele Stücke erweitert, dass die Schaffung eines Archivs für Musikwissenschaftler und Donizetti-Forscher notwendig wurde. Das Archiv ist ein sicherer Aufbewahrungsort für alle Stücke, die nicht im Museum ausgestellt werden können: musikalische Autographen, Originalausgaben, Opernlibretti, autographische Briefe wie auch Kopien, eine reiche Bildersammlung und verschiedene Erinnerungsstücke.
Es gibt auch einen kleinen Bestand von Material, das sich auf andere Komponisten und Interpreten bezieht (Rossini, Bellini, Verdi, Mayr, Ponchielli, Rubini, Pasini, etc.). Eine kleine Bibliothek mit seltenen Büchern über Donizetti und allgemein über Opern ergänzen das Archivmaterial.
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